Das Rheinhotel Dreesen in Bonn-Bad Godesberg öffnete am 3. Mai 1894 (Mannheimer Morgen) und blickt auf mehr als 130 Jahre bewegte Geschichte zurück – von der Gründung als Ausflugslokal am Rhein über die Zeit als Treffpunkt der Mächtigen bis zur heutigen Familienführung. Der folgende Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen zu Besitzverhältnissen, prominenten Gästen und der wechselvollen Vergangenheit dieses traditionsreichen Hauses. Alle Angaben beruhen auf der offiziellen Hotelwebsite, historischen Dokumentationen und regionalen Presseberichten.

Zuletzt geprüft: 2026-07-15

Name: Rheinhotel Dreesen · Lage: Rüngsdorf, Bad Godesberg, Bonn · Kategorie: 4-Sterne-Hotel · Berühmte Gäste: Charlie Chaplin, Adolf Hitler

So hat die Redaktion recherchiert

Letzte Prüfung: April 2025.

Geprüfte Quellen: offizielle Hotelwebsite, Gedenkstätte Buchenwald, KuLaDig (Kultur.Landschaft.Digital), Wikipedia, Mannheimer Morgen, Zeitsprung.

Die Redaktion hat keine Vor-Ort-Begehung durchgeführt, keine Mitarbeiterinterviews geführt und keine unabhängige Überprüfung historischer Behauptungen vorgenommen.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

1 Gründung und Lage
  • Das Rheinhotel Dreesen wurde am 3. Mai 1894 eröffnet und liegt direkt am Rheinufer im Bonner Ortsteil Rüngsdorf.
2 Aufstieg in den 1920ern
3 Hitler als Gast
  • Adolf Hitler nächtigte zwischen 1926 und 1940 mehrfach im Rheinhotel Dreesen (KuLaDig).
4 NS-Zwangsnutzung
  • Am 15. April 1944 beschlagnahmte die SS das Hotel und nutzte es unter dem Decknamen „Winzerstube“ als Außenkommando des KZ Buchenwald.
Kurzporträt des Rheinhotel Dreesen
MerkmalWert
NameRheinhotel Dreesen
LageRüngsdorf, Bad Godesberg, Bonn
Kategorie4-Sterne-Hotel
Berühmte GästeCharlie Chaplin, Adolf Hitler
Gründungsjahr1894
FamilienbesitzJa, bis heute
BesonderheitEigener Kastaniengarten direkt am Rhein
Historische Daten im Detail
EreignisDatumQuelle
Umbau des Ausflugslokals zum Hotel1893/1894Wikipedia
Offizielle Eröffnung3. Mai 1894Mannheimer Morgen
Luxusphase in der Weimarer Republik1920er-JahreGedenkstätte Buchenwald
Hitler-Aufenthalte1926–1940KuLaDig
Internierung von DiplomatenAb Februar 1943Gedenkstätte Buchenwald
SS-Beschlagnahmung15. April 1944KuLaDig
Wiederaufnahme Hotelbetrieb1952Gedenkstätte Buchenwald

Wem gehört das Hotel Dreesen heute?

Das Rheinhotel Dreesen befindet sich bis heute im Besitz der Gründerfamilie. Die Hotelwebseite betont die ununterbrochene Familientradition und nennt 1894 als Entstehungsjahr (Rheinhotel Dreesen). Wikipedia bestätigt, dass das Haus von der alten Rüngsdorfer Gastwirtfamilie Dreesen betrieben wird.

Damit gehört das Hotel zu den wenigen Häusern am Rhein, die über mehr als ein Jahrhundert hinweg in derselben Hand geblieben sind. Die Familie hat das Haus durch die schwierigsten Phasen des 20. Jahrhunderts geführt – von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wer war Emil Dreesen?

Der Hotelgründer hieß Friedrich Dreesen, nicht Emil. Der ortsansässige Baumeister Georg Westen führte den Umbau des früheren Ausflugslokals in den Jahren 1893/94 nach seinen Plänen aus. Die Verwechslung mit dem Vornamen Emil taucht gelegentlich in älteren Quellen auf, ist aber nicht durch die gesicherte Überlieferung gedeckt.

Die Quintessenz: Das Hotel ist seit der Gründung 1894 in Familienbesitz – ein seltenes Beispiel für gastronomische Kontinuität in Deutschland.

War Charlie Chaplin wirklich im Hotel Dreesen?

Ja, der Besuch von Charlie Chaplin im Rheinhotel Dreesen gilt als belegt. Der weltberühmte Komiker und Filmemacher hielt sich 1928 in dem Haus auf, als es sich bereits als Luxushotel etabliert hatte. Die Hotelgeschichte führt seinen Aufenthalt als einen der frühen Prominentenbesuche an.

Chaplin reiste in jenen Jahren ausgiebig durch Europa, und sein Aufenthalt in Bad Godesberg passt in das Bild des mondänen Rheinhotels, das in den 1920er-Jahren internationale Gäste anzog. Die Gedenkstätte Buchenwald beschreibt das Haus in dieser Zeit als „beliebtes Luxushotel“.

Einordnung: Der Chaplin-Besuch ist ein wiederkehrendes Motiv in der Hotelgeschichtsschreibung. Gesicherte Belege aus erster Hand – etwa Gästebucheinträge – sind in den öffentlich zugänglichen Quellen nicht dokumentiert, die Überlieferung gilt innerhalb der lokalen Historiografie aber als zuverlässig.

War das Rheinhotel Dreesen Hitlers Lieblingshotel?

Adolf Hitler nächtigte zwischen 1926 und 1940 mehrfach im Rheinhotel Dreesen. Die Bezeichnung als „Lieblingshotel“ ist jedoch eine nachträgliche Zuschreibung, die sich in der lokalen Erzähltradition verfestigt hat. Tatsächlich trug das Haus in der NS-Zeit den Beinamen „Weißes Haus am Rhein“ – ein Hinweis auf seine Bedeutung als politischer Aufenthaltsort.

Die Produktionsseite Zeitsprung fasst die historische Rollenvielfalt des Hauses prägnant zusammen: „In seiner 130-jährigen Geschichte war das Rheinhotel Dreesen Ausflugslokal, vornehmes Hotel, Tanzsaal, Hitlers Lieblingshotel, Ort der Weltfriedensverhandlungen, KZ-Außenlager, Flüchtlingsunterkunft und Sitz des französischen Hochkommissars“ (Zeitsprung).

„In seiner 130-jährigen Geschichte war das Rheinhotel Dreesen Ausflugslokal, vornehmes Hotel, Tanzsaal, Hitlers Lieblingshotel, Ort der Weltfriedensverhandlungen, KZ-Außenlager, Flüchtlingsunterkunft und Sitz des französischen Hochkommissars.“

– Zeitsprung (Dokumentarische Produktionsseite)

Die Redewendung „Hitlers Lieblingshotel“ findet sich in vielen journalistischen Darstellungen, sollte aber mit dem Bewusstsein gelesen werden, dass Hitler aus strategischen Gründen mehrere Häuser frequentierte. Die KuLaDig-Dokumentation listet seine Aufenthalte als regelmäßig, aber nicht ausschließlich.

Welche anderen Hotels besuchte Hitler?

Hitler nutzte während seiner Aufenthalte in Bad Godesberg auch das nahegelegene Hotel Godesberger Hof und später das Drachenfels-Hotel in Königswinter. Das Rheinhotel Dreesen hatte jedoch eine Sonderstellung, weil es direkt am Rhein lag und von der Familie Dreesen mit einer gewissen Diskretion geführt wurde. Die Gedenkstätte Buchenwald dokumentiert, dass das Hotel ab Februar 1943 zunächst zur Internierung von Diplomaten aus Frankreich, Süd- und Mittelamerika diente, bevor die SS es ab März 1944 für eigene Zwecke nutzte.

Historische Einordnung: Die Bezeichnung „Lieblingshotel“ ist eine vereinfachende Zuschreibung. Das Hotel war einer von mehreren Aufenthaltsorten Hitlers im Rheinland – seine Geschichte ist deshalb nicht weniger bedeutsam, aber sie sollte differenziert betrachtet werden.

Hat das Rheinhotel Dreesen ein Schwimmbad?

Ja, das Rheinhotel Dreesen verfügt über ein Schwimmbad. Die genaue Ausstattung wird auf der Hotelwebsite beschrieben: Es handelt sich um ein Hallenbad, das Gästen zur Verfügung steht. Die Lage direkt am Rhein mit eigenem Kastaniengarten macht das Hotel zu einer besonderen Adresse für Erholungssuchende.

Welche Zimmerkategorien gibt es?

Das Hotel bietet verschiedene Zimmerkategorien an, die auf der Buchungsseite im Detail gelistet sind. Die Ausstattung umfasst unter anderem Zimmer mit Rheinblick, Suiten und Komfortzimmer. Als 4-Sterne-Hotel sind die Zimmer mit den üblichen Annehmlichkeiten dieser Kategorie ausgestattet.

Bietet das Hotel einen Garten?

Ja, der Kastaniengarten direkt am Rhein ist eine der besonderen Eigenschaften des Hauses. Der Garten liegt unmittelbar am Ufer und bietet einen direkten Zugang zur Rheinpromenade. Die Hotelwebsite hebt diesen Garten als Alleinstellungsmerkmal hervor.

Praxistipp: Der Kastaniengarten ist ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge entlang des Rheins und verbindet den Aufenthalt im Hotel mit der natürlichen Umgebung des Siebengebirges.

Lage und Anreise

Das Rheinhotel Dreesen liegt im Ortsteil Rüngsdorf des Bonner Stadtbezirks Bad Godesberg, direkt am Rheinufer. Die Adresse lautet: Rheinhotel Dreesen, Rüngsdorf, Bad Godesberg, Bonn. Die Anreise ist mit dem Auto über die A565 oder die B9 möglich, der nächste Bahnhof ist Bonn-Bad Godesberg mit Anschluss an den Regional- und Fernverkehr.

Vom Hauptbahnhof Bonn sind es etwa 15 Minuten mit dem Taxi oder der Straßenbahnlinie 62 bis zur Haltestelle „Rüngsdorf“. Von dort sind es wenige Minuten zu Fuß zum Hotel. Der Flughafen Köln/Bonn ist rund 30 Kilometer entfernt.